Medizintechnisches Großprojekt zur schnelleren Entwicklung von neuen Krebsbehandlungsstrategien in Aachen gestartet
<Aachen, Januar 2010> Mit dem Jahresbeginn ist der Startschuss für das Kooperationsvorhaben 'Forschungssatellit für eine beschleunigte Umsetzung neuer Tumorbehandlungskonzepte (ForSaTum)' gefallen. Das Projekt wird als ein Sieger des Wettbewerbs Hightech.NRW des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes NRW in einer dreijährigen Laufzeit mit 7.6 Millionen Euro im Rahmen des EU-NRW Ziel 2-Programms gefördert, 3.6 Millionen Euro werden von den beteiligten Projektpartnern aufgebracht.
Ziel des Verbundprojektes ist der Aufbau und die Umsetzung eines Versuchskonzeptes zur beschleunigten Umsetzung neuer Tumorbehandlungskonzepte. "Viele onkologische Diagnose- und Therapieansätze scheitern an hohen Entwicklungskosten und mangelnder klinischer Effizienz." erklärt Prof. Fabian Kiessling, Inhaber des Lehrstuhls für Experimentelle Molekulare Bildgebung an der RWTH Aachen und Leiter des Konsortiums. Grund hierfür ist v.a. das Fehlen tierexperimenteller Einheiten für die standardisierte Untersuchung von Tumormodellen. "Nicht-invasive Bildgebung ermöglicht die Erhebung physiologischer und molekularer Informationen, welche die Aussagekraft präklinischer Studien erhöhen und die Zahl klinisch scheiternder Behandlungsansätze vermindern kann. Zudem senkt sie signifikant Versuchstierzahlen und Entwicklungskosten." so Prof. Kiessling weiter. Durch ForSaTum sollen wesentliche Komponenten der präklinischen Tumorforschung vereinigt werden: Neben der Entwicklung einer spezialisierten tierexperimentellen Plattfom und innovativer molekularer Nachweismethoden, bilden die Molekulare Bildgebung und die IT-basierte Vernetzung aller Komponenten die Schwerpunkte der Arbeiten. Langfristig ist der Ausbau der Infrastrukturen für die klinische Prüfung vorgesehen. Daher ist die klinische Anwendbarkeit von Beginn an ein Ziel.
Der Forschungsstandort Aachen ist für den Aufbau einer in Europa einzigartigen tierexperimentellen Plattform und einer Entwicklungsumgebung für Medizingeräte sowie innovativer Diagnostika und Immuntherapeutika gegen Tumorerkrankungen prädestiniert: Nicht nur das Konsortium sondern auch die RWTH und das Klinikum haben einen ausgeprägten bio-/medizintechnischen Fokus. Diese Kompetenz wird durch den Schulterschluss mit dem zweiten medizintechnischen NRW-Standort Bochum nachhaltig gestärkt. Neben den Forschungseinrichtungen der beiden Hochschulen Aachen und Bochum sind Industriepartner aus ganz NRW wie Philips, AplaGen, PharmedArtis, Kairos, ITZ Medicom, Digital Medics, invivoContrast und AKM beteiligt.

